Arbeitsgemeinschaft
pointner - ullmann architekten

An dem im 19. Jahrhundert unter Kaiser Franz-Josef errrichteten Hauptgebäude des Gymnasiums ist sowohl baulich als auch pädagogisch das übergeordnete hierarchische System ablesbar: Einzelne Klassenräume sind achsial an einem zentralen, innenliegenden Gang angeordnet. Ein Gebäude-typus wie er in der gesamten Monarchie vorzufinden war – und das nicht nur als Schule. Die Schule als eine Bildungs- und Disziplinierungsanstalt.

Der Zubau 1968 folgt den nüchternen Regeln der Moderne – „form follows function“. Der Turnsaal, mit den notwendigen Klassenräumen spiegelt den bescheidenen Anspruch der Zeit wieder. Dem klassizistischen Hauptgebäude wird keine Form sondern eine Struktur gegenübergestellt.

Das vorliegende Projekt stellt den Versuch dar, die beiden unterschiedlichen Bauetappen zu einer Einheit zu verbinden und als solches auch zu gebrauchen. Ein Antwort auf gesellschaftliche und pädagogische Fragen.
Ein Beitrag für Schüler, die mehr als 30 Stunden pro Woche an diesem Ort verbringen.
Ein Beitrag zur Schule, die in Umbruch (Umbau) begriffen ist – weg vom monofunktionalem Gebäude, hin zum hybriden Baukomplex.
Ein Beitrag zur Architektur, gebaute Räume als Ersatz für diesen fehlenden Unterrichtsgegenstand – Räume, die spürbar, fassbar, ablesbar und vor allem sinnlich begreifbar sind.

 

Wettbewerb 1999

Fertigstellung 2005